Freitag, 25. März 2016

100 Jahre Leica in München

Die Leica - sie kann ein warmer Kuss sein, ein Schuss aus einem Revolver oder die Couch eines Psychoanalytikers. Hat HCB einmal gesagt - für ihn war sie immer das was sie eigentlich sein sollte - ein hervorragendes Werkzeug zur Produktion von Bildern.
Eines kurz vorweg: Auch wenn weiter unten ein paar kritische Anmerkungen folgen - die Ausstellung "100 Jahre Leica Fotografie" in der VKB ist ein absolutes "must see" !



- Höhepunkt ist der vintage print von Alberto Kordas Che. Der hängt aber leider sehr ungünstig hoch, selbst wenn man nicht zu den kleinsten Besuchern der Ausstellung zählt.

- Wenn der rote Faden einer Ausstellung "100 Jahre eine bestimmte Kameraklasse" ist, dann kommt zwangsläufig ein ziemliches Sammelsurium an Sichtweisen, Themen und Blickwinkeln zustande. Diese Ausstellung ist ein bunter Gemischtwarenladen - wenn auch ein grandioser !

- Gefeiert wird mit der Ausstellung die jetzt einhundert jährige Geschichte der Fotografie mit Leica Kameras. Die letzten 10 Jahre davon sollten eigentlich digital stattgefunden haben - davon ist aber nichts zu sehen, der Mythos Leica verharrt in der gloreichen Vergangenheit der analogen Reportagefotografie. Und viel schlimmer noch: am Anfang der Präsentation stehen Vitrinen mit den Ur-Leicas, den modernen Digitalen und einiger Bindeglieder dazwischen. Dabei wird ganz offensichtlich deutlich dass aus dem schlanken Werkzeug vergangener Tage jetzt ein plumpes aufgeblasenes Kultstück geworden ist.