"... ich wusste immer dass ihr ein Haufen egoistischer Arschlöcher seit ..." - Man kann schlimmeres über seine Freunde denken oder sagen ...
Sonntag, 11. Mai 2008
Silberhochzeit
Es gibt nicht viele gute deutsche Fernsehfilme. Silberhochzeit ist einer der wenigen.
Donnerstag, 1. Mai 2008
Schimmerlos in München
Die Buchreihe "Gebrauchsanweisung für ..." kann ich nicht ausstehen. Schon wegen des Titels. Wenn ich reise ist das letzte was ich haben will eine Gebrauchsanleitung. Stefan Beuse, Autor selbiger Anleitung für Hamburg, hat in der Zeit einen Artikel über München verbrochen. So viele Clichees über meine Heimatstadt habe ich noch nie auf nur einer Seite aneinandergereiht gesehen. Sprachlich geschliffen und amüsant. Ekelhaft glatt und oberflächlich. Sein Fazit: "Da stell ich mich lieber wieder in den Elbwind und lass mich anständig durchpusten" - Mein Fazit: "Gut so, ein Depp weniger an den Orten die ich an München liebe und die offensichtlich nicht im Reiseführer stehen".
Freitag, 25. April 2008
Alter und Weisheit
"Wenn ein alter und angesehener Mensch zu dir spricht dann höre ihm sorgfältig und mit Respekt zu - aber glaube nicht was er sagt. Glaube nie an etwas anderes als deinem eigenen Intellekt. Auch alte Menschen können falsch liegen, unabhängig davon ob ihr Haar grau ist oder ausgefallen, unabhängig davon ob sie etwa den Nobelpreis erhalten haben. Die Welt verändert sich von Jahr zu Jahr, von Jahrhundert zu Jahrhundert - als Vertreter der jüngeren Generation solltest du herausfinden was an dem falsch ist was dir Ältere sagen. Du musst immer skeptisch sein - denke immer selbst !"
Linus Pauling (1901-1994)
Nobelpreisträger in Chemie 1954
Friedensnobelpreisträger 1962
(Der einzige Mensch der alleine Nobelpreise in zwei verschiedenen Kategorien bekommen hat)
Liberalismus in USA
IMHO wäre ein halbwegs liberaler Republikaner momentan der wesentlich bessere amerikanische Präsident - zumindest im Vergleich zu einem smarten Sunnyboy der das Blaue vom Himmel verspricht - oder einer nur machtgeilen ExFirstLady. Letztendlich bin ich mir ziemlich sicher dass die Amerikaner eher einen alten Kiegshelden zum Präsidenten wählen werden als die erste Frau oder den ersten Farbigen - möglicherweise traurig aber im Ergebnis sicherlich nachvollziehbar.
P.S.: Wetten nehme ich keine an !
P.S.: Wetten nehme ich keine an !
P.P.S.: Ich weiss dass McCain den Irakkrieg immer befürwortet hat, ein entschiedener Abtreibungsgegner ist, die NRA unterstützt und gleichgeschlechtliche Beziehungen ablehnt. Aber mir sind klare Standpunkte lieber als gar keine !
Donnerstag, 24. April 2008
Highlight
Ich bin mir nicht sicher ob Lady Bitch Ray bei Schmidt & Pocher ein Highlight oder ein Tiefpunkt deutscher Fernsehgeschichte darstellt. Zumindest war es nicht langweilig zwischen Gynäkologenstuhl und Feuchtgebieten. Wobei ich mir gewünscht hätte dass die beiden Herren nachfragen was Dr. Fotze konkret meint wenn sie die Emanzipation eben dieser verlangt.
Donnerstag, 17. April 2008
Das Glück heisst Puls
Seit langem wieder mal ein subjektiver "Stern der Woche": für Wiebke Puls in den Kammerspielen - geniales Spiel am Rande des Wahnsinns in "Land ohne Worte / Berliner Geschichte"
Montag, 14. April 2008
Robert Capa
Die Entstehungsgeschichte und insbesondere die Authentizität von Capas bekanntestem Bild ist umstritten (Richard Whelan hat darüber einen Artikel im Aperture Magazine veröffentlicht). In jedem Fall ist der ungarische Fotograf und sein Bild "Spanischer Loyalist" eine Ikone des Kriegsjournalismus. Capa hat mehr als 70000 Negative hinterlassen, weitere 3000 sind jetzt erst in Mexiko aufgetaucht - das Negativ dieser Aufnahme gilt aber als verschollen. Sie soll am 5. September 1936 im Spanischen Bürgerkrieg entstanden sein und den 24 jährigen Federico Borell Garcia im Moment seines Todes zeigen. Capa selbst war gerade 22.
Sein Archiv bildet die Basis des ICP in New York, gegründet 1974 vom Bruder Cornell Capa.

Sein Archiv bildet die Basis des ICP in New York, gegründet 1974 vom Bruder Cornell Capa.

Von Robert Capa ist der gern und oft zitierte Spruch überliefert "If your pictures aren't good enough, you're not close enough - Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, dann bist du nicht nah genug dran". Capa war immer nah genug dran, oder wie am 25. Mai 1954 als er in Indochina von einer Miene getötet wurde sogar zu nah. Er selbst hat damit aber nie die physische Nähe zum Geschehen gemeint sondern die psychische zu den Menschen die er fotografiert hat.
Werbung, Provokation und Langeweile
Charlotte Roche hat vor einiger Zeit in einem Gespräch mit Anke Engelke mal beteuert dass sie nie Werbung machen würde - da stehe sie drüber, das werde sie nie nötig haben wollen, davon will sie sich nicht abhängig machen. IMHO ist ein wenig "Regenwaldretten" oder "Haribolutschen" absolut harmlos gegen die kühl kalkulierte Pseudo-Provokation durch die öffentliche Beschreibung privater Feuchtgebiete. Exibitionismus war vor 20 Jahren manchmal noch skandalös - heute ist es noch noch langweilig.
Mittwoch, 9. April 2008
Dorothea Lange
Das Bild ist unter dem Titel "Migrant Mother" bekannt und zeigt die 32 jährige Wanderarbeiterin und siebenfache Mutter Florence Owens Thompson im Jahr 1936, der Zeit der "Bitter Years" in den USA.


Es wurde im Rahmen von Edward Steichens Ausstellung "Family of Man" 1955 veröffentlicht, entstanden ist es im Rahmen einer Serie von Aufnahmen im Auftrag der FSA (Farm Security Administration). Es ist auch ein Beispiel für frühe Manipulationen an Bildern, im Originalnegativ ist rechts unten ein Daumen zu sehen der aus ästhetischen Gründen wegretuschiert wurde.
Die links im Bild sichtbare Tochter hat später versucht die weitere Veröffentlichung des Bildes zu verhindern. Dorothea Lange verstarb 1965 an Krebs - 1983 gab es Spendenaufrufe für die ebenfalls an Krebs erkrankte Florence Thompson.
Sonntag, 6. April 2008
Absurde Funktionalität
Das Beste an Kunstausstellungen sind nicht selten die Begleittexte. Da ist von "Ins Absurde gesteigerte Funktionalität" die Rede (wie geht das eigentlich ?). Oder von "Subversiver Welterkundung" - "beredtem Schweigen" - "Dynamik des Lebens" ... Nichts sagende Phrasendrescherei vom Feinsten - aber im Fall von Benjamin Bergmanns Installation "tief unten tag hell" passt der Text damit zumindest zum Kunstobjekt selbst ... Schade um den Raum !
Donnerstag, 3. April 2008
Dimitri Soulas
Ich möchte hier auf eine Ausstellung im Münchner Fotomuseum hinweisen die Ende April eröffnet wird:

Dimitri Soulas - Augenblicke
Fotografien 1967-1974
30. April bis 6. Juli 2008

Der 1938 in Thessaloniki geborene Fotograf Dimitri Soulas arbeitete ab den 60er Jahren als Bildjournalist u.a. für AP, die TZ, den Stern und die Quick. Systemkritische philosophische Erkenntnisse prägten seinen subjektiven Bildjournalismus. Seine Bilder und Bildgeschichten sind sehr persönlich ohne indiskret zu erscheinen. Vor allem aber bieten die Bilder allen in München aufgewachsenen Mittvierzigern wie mir ein absolutes "Deja-Vue" Erlebnis. Der Katalog (momentan bereits bei Hugendubel erhältlich) steigert die Vorfreude auf die Ausstellung.
Donnerstag, 27. März 2008
Transrapid
Es gibt Tage an denen es offensichtlich selbst in Bayern ein wenig Verstand vom Himmel regnet !
Mittwoch, 26. März 2008
Stimme von Marrakesch
Soundtrack: Passport - To MoroccoLesestoff: Nick Hornby - der erste und letzte (s.u.)
Elias Canetti - Die Stimmen passen hierher
Max Frisch - Stiller schon zu lange nicht mehr gelesen
Photomotive: Sehr viele
Noch nie so weit weg von zuhause gewesen (nicht die geographische Entfernung zählt) - "Gute Reisende sind herzlos" (Zitat Canetti)
Donnerstag, 20. März 2008
Gefühl und Statistik
Arbeitslosigkeit ist in zweierlei Hinsicht ein Problem.
Zum einen für den Betroffenen selbst - wer arbeiten will und arbeiten kann aber keine Beschäftigung findet die seinen Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht verliert früher oder später sein Selbstwertgefühl. Laut Arbeitslosenstatistik gab es 2007 in Deutschland 3,77 Millionen Arbeitslose.
Zum zweiten ist Arbeitslosigkeit ein Problem für die Gesellschaft. Menschen die Ihren Lebensunterhalt nicht selbst erwirtschaften können müssen von der Gemeinschaft Leistungen erhalten die diese Gemeinschaft erwirtschaffen muss. Die Arbeitslosenstatistik gibt für 2007 6,34 Millionen solcher Leistungsbezieher an.
Beide Zahlen dokumentieren ein schwerwiegendes Problem, aber warum liegen sie so weit auseinander ?
Leistungsbezieher die erwerbstätig sind aber Aufstockungen erhalten (Stichwort 1 Euro Jobs etc.), die sich in Maßnahmen der Arbeitsförderung befinden, die als über 58 jährige "nur noch bis zur Rente geparkt sind" oder die z.b. Angehörige betreuen werden in der Statistik nicht als arbeitslos geführt.
Muss man daraus folgern dass eigentlich viel mehr Menschen in Deutschland vom Problem Arbeitslosigkeit persönlich betroffen sind als in der Statistik aufgeführt - oder viel weniger weil sich das Selbstwertgefühl schon lange nicht mehr in ersten Linie aus einer Erwerbstätigkeit ergibt ?
Zum einen für den Betroffenen selbst - wer arbeiten will und arbeiten kann aber keine Beschäftigung findet die seinen Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht verliert früher oder später sein Selbstwertgefühl. Laut Arbeitslosenstatistik gab es 2007 in Deutschland 3,77 Millionen Arbeitslose.
Zum zweiten ist Arbeitslosigkeit ein Problem für die Gesellschaft. Menschen die Ihren Lebensunterhalt nicht selbst erwirtschaften können müssen von der Gemeinschaft Leistungen erhalten die diese Gemeinschaft erwirtschaffen muss. Die Arbeitslosenstatistik gibt für 2007 6,34 Millionen solcher Leistungsbezieher an.
Beide Zahlen dokumentieren ein schwerwiegendes Problem, aber warum liegen sie so weit auseinander ?
Leistungsbezieher die erwerbstätig sind aber Aufstockungen erhalten (Stichwort 1 Euro Jobs etc.), die sich in Maßnahmen der Arbeitsförderung befinden, die als über 58 jährige "nur noch bis zur Rente geparkt sind" oder die z.b. Angehörige betreuen werden in der Statistik nicht als arbeitslos geführt.
Muss man daraus folgern dass eigentlich viel mehr Menschen in Deutschland vom Problem Arbeitslosigkeit persönlich betroffen sind als in der Statistik aufgeführt - oder viel weniger weil sich das Selbstwertgefühl schon lange nicht mehr in ersten Linie aus einer Erwerbstätigkeit ergibt ?
Mittwoch, 19. März 2008
Nick Hornby
Sonntag, 16. März 2008
Trang Bang
Fotografen haben dem Krieg die Bilder gegeben die durch die moderne Art der Kriegsführung eigentlich unmöglich geworden ist. Die Ziele werden durch Computerprogramme ausgesucht und optimiert. Bomberpiloten erhalten Befehle, sie sehen keinen Feind und nicht die Auswirkung ihres Handeln. Dieses Bild des damals 21 jährigen vietnamesischen Fotografen Nick Ut haben genau diese Auswirkung gezeigt. Und damit den Krieg beendet.

Warum sehen wir heute praktisch keine Bilder dieser Art aus dem Irak oder den anderen aktuellen Kriegsschauplätzen ? Reporter sind heute "eingebettet" - vereinnahmt von den Kriegführenden damit diese nicht wieder gestört und zurückgepfiffen werden.
Mittwoch, 12. März 2008
Sonntag, 9. März 2008
Tillman und die PdM
"Tillmans auffälligstes Merkmal dürfte die scheinbare Beliebigkeit seiner Fotografien sein". Soweit die Beschreibung seines Werkes in der Wikipedia. IMHO sind diese Bilder nicht nur "Scheinbar" so. Die Kuratoren der Pinakothek der Moderne in München habe offensichtlich eine andere Meinung. Wie sonst könnten sie dort so einen breiten Raum einnehmen - neben den Werken seines ehemaligen Lebensgefährten.
Spontan ist mir dazu einfach nur ein Zitat aus dem lesenswert unangepassten und unkorrekten Blog "Kulumnistenschwein" eingefallen:
"Ich finde es sehr übertrieben nur wegen seiner sexuellen Vorlieben eine Parade abzuhalten. Ich ficke mit meiner Frau, bin aber noch nie auf den Gedanken gekommen, deswegen gleich einen Umzug zu machen. Schon gar nicht in Unterhose"
Spontan ist mir dazu einfach nur ein Zitat aus dem lesenswert unangepassten und unkorrekten Blog "Kulumnistenschwein" eingefallen:
"Ich finde es sehr übertrieben nur wegen seiner sexuellen Vorlieben eine Parade abzuhalten. Ich ficke mit meiner Frau, bin aber noch nie auf den Gedanken gekommen, deswegen gleich einen Umzug zu machen. Schon gar nicht in Unterhose"
Respekt
Kurzfristig hatte ich mal wieder richtig Respekt vor einer deutschen Politikerin. Da fühlt sich eine gewählte Volksvertreterin überraschenderweise ihrem Gewissen und dem was sie und ihre Partei vor der Wahl verkündet hat verpflichtet. Und sie traut sich diese Meinung öffentlich zu vertreten - und nicht nur in einer geheimen Wahl so abzustimmen wie sie es für richtig hält.
Lange hat sie leider nicht durchgehalten (durchhalten können ?) - jetzt schlägt wohl der Parteiapparat mächtig zurück. Mich stören Leute die immer nur auf Politiker schimpfen - im Rahmen der Hessenwahl muss ich aufpassen dass ich nicht selber so werde ...
Montag, 3. März 2008
Richtungswechsel
Mit dem Schwenk der FDP hin zur Union bin ich nie klargekommen. Mit dem Schwenk der SPD hin zur Linken (PDS / SED / KP) werde ich nicht klarkommen. Und ich denke ich bin da nicht ganz allein ...
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